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Mozartoper begeistert Zuschauer !

Angelika Berten

Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Rheindahlen führen das Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ von Wolfgang Amadeus Mozart auf.

Vergleicht man Musik mit Sport, dann ist die Oper der Zehnkampf. Solisten, Chor, Schauspiel, Tanz, Choreographie, Kostüme, Requisiten, Bühnenbild, Orchester und Regie. Und so ist nur natürlich, dass die Oper nicht gerade das Lieblingsgenre von Schüleraufführungen ist. Ist es überhaupt möglich, einen großen Klassiker von Mozart mit Kindern zu inszenieren?

Eva–Maria Neelsen-Schaffer hat sich mit ihrer Musik-Theater AG dieser Herausforderung gestellt. Hunderte Stunden hat Frau Neelsen–Schaffer in Proben und Vorbereitungen gesteckt und etliche der Disziplinen des Bühnenzehnkampfes auch selbst übernommen. Ein Kraftakt, der den jungen Darstellern aus den Klassen fünf bis neun eine einzigartige Bühnenerfahrung eröffnete.

Fasst man den Inhalt der Entführung aus dem Serail in einem Satz zusammen, könnte dieser wie folgt lauten: Wenn vier Männer sich um zwei Frauen bemühen, ist der Ärger nicht weit. Bekanntermaßen geht es also auch in dieser Oper um die Liebe und die Verstrickungen, die sich ergeben, wenn Menschen zueinander finden oder eben nicht. Dazu eine Prise „Culture Clash“; schon Mozart wusste um dieses Erfolgsrezept, mit dem noch heute moderne Unterhaltung gemacht wird.

Den schwierigen Part des ersten Soloauftrittes meisterte Sandra Beeck als spanischer Edelmann Belmonte elegant und mit Grandezza. Sie überraschte das Publikum mit ihrer wunderbaren und fast schon groß zu nennenden Stimme.
Herrlich übel gelaunt und rachsüchtig sang Sebastian Schaffer den Osmin und wurde der weltberühmten Arie durchaus gerecht. Er schauspielerte so überzeugend, dass man schon beinahe Mitleid mit ihm hatte, als die von ihm geplanten Hinrichtungen – Gift und Dolch – leider ausfielen.
Lara Meyer entzückte in der Rolle der Zofe Blonde. Sehr souverän, katzenhaft weiblich und mit großer Bühnenpräsenz entfaltete sie ihr großes Talent zum Singen und Spielen.
Ein absoluter Hauptgewinn für das Stück war auch Fabian Leuchtenberg als Pedrillo. Gewitzt und pfiffig mit fabelhafter Mimik und großer Leichtigkeit brachte er Schwung in die glitzernden Kulissen.
Die Entführung aus dem Serail ist witzig. Dass sie hier keine Comedy wurde, verdanken wir vor allem Jan Ruiz Wagner, der den Bassa Selim souverän und würdig gab. Dadurch gelang es gerade ihm, neben dem heiteren Liebesreigen auch der ernsteren Botschaft des Stückes Gehör zu verschaffen. Er beendete einen Teufelskreis der Rache durch Großmut und Verzeihen: „Gehe hin und werde menschlicher als Dein Vater.“
Die ruhige Seite des Stückes präsentierte auch Leia Dreesen. Sanft und traurig, aber bestimmt wies sie als Konstanze die Avancen von Bassa Selim zurück, da ihre Liebe immer noch Belmonte galt. Wie eine schöne, goldene Statue wirkte Leia in dieser schwierigen Rolle und überzeugte mit Klarheit und Ruhe.

Es war ungemein beeindruckend, mit wie viel Kondition und stimmlichem Können die Kinder eine Oper sangen. Der Tenor Markus Heinrich hat in vielen Proben seinen Erfahrungsschatz und sein Können mitgeteilt, den Kindern Gesangstechnik und Selbstbewusstsein vermittelt und sie mit seinem Charisma mitgerissen.

Während Osmin noch seine fantasievollen Martern aller
Arten überlegte, zeigten die Janitscharen einen wirbelnden, kämpferischen Tanz. Die originelle Choreographie dieser und anderer Tanzeinlagen haben wir Lara Diez zu verdanken, die an der Musikschule der Stadt Mönchengladbach unterrichtet. Das Ergebnis der Kooperation zwischen der Musikschule und unserem Gymnasium war sehenswert. Als Janitscharen glänzten Maximilian Krämer, Johanna Lillotte, Bagithra Paramananthan, Jacen Dreesen, Jule Kahler, Elisa Lehnen, Sandra Beeck, Fabian Leuchtenberg und Jan Ruiz Wagner. Sie alle brachten auch noch einige Stücke beachtlichen Chorgesanges dar, den Christoph Günschmann in vielen Proben mit ihnen erarbeitet hatte. Bagithra und Jacen übernahmen außerdem noch die Rollen von Wachen und dem Schiffer Klaas und stellten sie gekonnt dar.

Mozart ist in erster Linie als Komponist bekannt.

Nun ist seine Musik zwar für ihre große Leichtigkeit und Raffinesse berühmt, aber nicht dafür, besonders einfach zu spielen zu sein. „Leicht ist am schwersten“ ist unter Musikern nicht umsonst ein bekanntes Sprichwort. Fünfzehn Stücke erfordern Kondition und Können! Das kleine Orchester wählte dennoch keine vereinfachten Schülernoten, sondern die Originalfassungen. Frau Neelsen–Schaffer, selbst Profi an ihrem Instrument, holte sich mit Johannes Schaffer und Susanne Lang kompetente Unterstützung. Besonders erfreulich ist auch, dass mit Franziska Berten und Evelyn Huang auch zwei Schülerinnen unserer Schule dieses hohe Niveau „spielend“ mithalten konnten. Christoph Günschmann bereicherte dann noch mit seinem gut aufgelegten Klavierspiel das Ensemble und dem Hörgenuss stand nichts mehr im Wege.

Ein dickes Dankeschön gilt auch dem Technikteam, das den Wohlklang unterstützt hat und mit vielfältiger Beleuchtung der orientbunten, zauberhaften Kulisse Leben und Wärme verlieh.

Wer eine Schüleraufführung mit der Qualität großer Opernstars vergleicht, der ist dort wohl fehl am Platz. Wer sich aber darauf einlässt, der kann erleben, wie junge Menschen sich das Phänomen Oper zu Eigen machen. Jeder von ihnen hat eine riesige persönliche Entwicklung gemacht und es ist eine Freude zu sehen, mit welcher Dynamik und Begeisterung das Ensemble agiert. Unsere angeblich digital demente Jugend singt, schauspielert, tanzt und musiziert analog und hellwach! Was für eine Erfahrung! Beflügelt von Musik, die Jahrhunderte überdauert hat, erlebt auch das Publikum eine vergnügliche und bunte Zeit. Wenn von einem Stück in dieser Weise Akteure und Zuschauer gleichermaßen profitieren, kann man wohl von einem gelungenen Abend sprechen. Mozart wäre stolz!

 

 

Johannes Schaffer erzielt zweiten Preis beim Wettbewerb „Jugend forscht“

Schon zum zweiten Mal hat Johannes Schaffer Preise beim Jugend-forscht-Wettbewerb gewonnen. Diesmal programmierte der findige Schüler auf kreative Weise eine Android-Handy-App, mit deren Hilfe man den Füllstand von Gasflaschen mithilfe von Schallwellen bestimmen kann. Besonderer Clou: Johannes optimierte sein ursprüngliches Matlab-Programm und schrieb es zunächst in Python, später für Java (for Android) und schließlich nach C++ um.

Am meisten Spaß habe ihm gemacht, die „mathematisch sehr anspruchsvollen Formeln der Fourier-Analyse in verschiedenen Sprachen zu implementieren und dabei die Ausführungs-Geschwindigkeit zu optimieren“, so der junge Forscher, dessen Arbeit gleich auf mehreren Gebieten, nämlich der der Akustik (Physik), der Mathematik und Informatik für Staunen und Begeisterung sorgte.

Warum der erste Preis nun an ein vergleichsweise simpel zu programmierendes Unity-Spiel ging, mögen die Götter des Jugend-forscht-Wettbewerb wissen – wir drücken Johannes jedenfalls für das nächste Mal die Daumen – und den enormen Zuwachs an naturwissenschaftlicher und programmiertechnischer Kompetenz ist bereits ein wesentlicher Schritt hin zu einer interessanten wissenschaftlichen Zukunft.

Alles Gute Dir, Johannes !