Ab in den Süden

Studienfahrt nach München 2011

 

Als man Montag, den 4.7. 2011, im Kalender schrieb, war es für unsere Stufe endlich soweit: Die Koffer waren gepackt und auf ging´s zur Schule, um unsere 7-tägige Studienfahrt nach München anzutreten.

Bereits Tage zuvor wurde mit Nachdruck gepredigt, dass alle pünktlich da sein sollten. Naja, die Schüler waren alle pünktlich da... Unsere Lehrer Herr Daniels, Herr Bruysten, Herr Berger und Frau Haas kamen dann auch noch relativ zeitig dazu. Zusätzlich fuhr auch noch unser Organisator Johannes Schröder von der „Stätte der Begegnung" mit. Während der Busfahrt wurden 2er Teams gebildet, die in einem Wissensquiz über München gegeneinander antraten. Da man aber eine 9-stündige Fahrt nicht nur Wissen abfragen kann, wurden auch noch Filme geguckt. Gegen 18 Uhr erreichten wir glücklich unser 2-Sterne Hostel in München. Die Zimmer wurden größtenteils ohne Schwierigkeiten belegt. Es wurde sich frisch gemacht und dann ab in den Biergarten Hirschgarten, wo wir mit den Lehrern bei ein paar Maß Getränken den Tag ausklingen ließen.

Am nächsten Tag standen selbst organisierte Stadtführungen auf dem Plan, wobei wir in Gruppen (Mathematik LK, Pädagogik LK, Französisch LK) die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten durch Kurzvorträge kennen lernten. Highlight dieses Tages war dann sicher das abendliche Fußballspiel unserer Heimatmannschaft, das auf Großleinwand übertragen wurde.

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Am Mittwoch wurde sich dann mit sehr gemischten Gefühlen auf die Fahrt zur KZ- Gedenkstätte in Dachau aufgemacht. Vor dem Eingangstor dieser war es in unserer Gemeinschaft  ungewöhnlich still. Dann wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe beschäftigte sich den ganzen Tag in und mit Dachau, während die andere am Nachmittag zu einem Schreibworkshop auf das Gelände der internationalen Jugendbibliothek fuhr. Dort wurde uns die Aufgabe gestellt, dass wir einen Brief aus Dachau schreiben sollten, wobei es uns freigestellt war, wer diesen Brief schrieb und zu welchem Zeitpunkt. Wer seinen Brief vortragen wollte, konnte es dann anschließend auch tun. Hierbei hörten wir neben emotionalen Umsetzungen der Aufgabe auch Briefe, die unsere Lehrer geschrieben hatten, was schon irgendwie etwas besonderes war. Die andere Gruppe, die sich den ganzen Tag im KZ aufgehalten hat, hatte mehr Gelegenheit, sich mit der Materie auseinanderzusetzen, und so konnten sie nachher auch detailreicher davon erzählen. Aber den Eindruck der Leere hatten alle Schüler, der leere Ascheplatz mit den nur noch wenigen erhaltenden Originalgebäuden und ansonsten den Fundamenten der abgerissenen Baracken. Als das Heftigste an diesem Tag wurde das Krematorium mit Gaskammer angesehen, welches aber deutlich weniger genutzt wurde als in Auschwitz. Dennoch verloren mehr als 40000 Menschen ihr Leben im KZ.

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Am Donnerstagmorgen, nachdem alle fit und munter das Frühstück hinter sich gebracht hatten, teilten wir uns in Gruppen auf und gingen auf historische Spurensuche. Neben der Widerstandsgruppe „die Weiße Rose" und den Geschwistern Scholl waren die Todesmärsche und die Judenverfolgung die Themen, zu denen wir Denkmäler finden und fotografieren sollten, und zwar so, dass man erkennen konnte, dass diese von uns fotografiert wurden und nicht aus dem allseits geliebten Internet stammten. Nach den nachmittaglichen Vorträgen über diese Denkmäler (richtig faszinierend, wie viele es gibt, wenn man nur genauer hinschaut.) waren wir in den Abend entlassen, der u.a. Kurzshopping und/oder den Besuch in  unserem „Stammbiergarten" beinhaltete.

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Am Freitag stand die Tour durch Oberbayern an und einer von uns musste lernen, dass man, wenn man nicht pünktlich am Treffpunkt ist, leider die Tour größtenteils nicht mitmachen kann. Unsere erste Station war die Wieskirche, eine Kirche im Barock-Rokoko-Stil, in der wir neben einer halbstündigen Erklärung der Kirche auch die Orgel gezeigt bekamen. Der Organist persönlich spielte 3 Stücke, während wir neben ihm auf der Orgelempore standen. Es war eine Freude, ihm zuzusehen, denn die meisten von uns hatten selten einen Menschen gesehen, der so begeistert von seiner Orgel und ihren Spielereien war. Mit etwas Verspätung ging es dann zum Schloss Neuschwanstein. Nach einem für die meisten anstrengenden etwa halbstündigen Fußmarsch den Berg hoch, bekamen wir eine Führung durch das Schloss, welches aber eher eine protzige Bauruine für Touristen war als ein richtiges Schloss. Nach dem Abstieg sind wir mit dem Bus weiter nach Oberammergau gefahren, dem Ort, der bekannt für seine Passionsfestspiele ist und die Idylle bayrischer Dörfer zur Schau stellt. Bei dem einstündigen Aufenthalt wurde Eis genossen, am Ufer des Baches gesessen und gequatscht und natürlich die schön bemalten Häuser des Dorfes begutachtet. Unsere nächste Station war dann der Blick auf die Zugspitze. Denn wenn man schon mal dort in der Nähe ist, dann kann man sich auch Deutschlands höchsten Berg angucken, wenn dieser nicht durch Wolken verdeckt worden wäre. Apropos Wetter, es war hauptsächlich gut, bis auf ein paar Gewitter am Freitag und Samstagabend, bei denen aber der Donner irgendwie stärker war als sonst. Unsere letzte Station an diesem Tag war das Kloster Andechs, wo wir unser Abendessen und das weithin bekannte Bier genossen. Gegen 9 Uhr abends kamen wir schließlich dann wieder im Hostel an. Das tägliche Abendritual (Biergarten) fiel wegen des beschriebenen Wetters für die meisten leider aus. Die einigen wenigen, die sich doch aufmachten, besuchten dann z.B. das HardRock Café oder das Hofbräuhaus.

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Der Samstag war der Tag zu unserer freien Verfügung. Trotzdem ließen es sich die Lehrer nicht nehmen, zu versuchen, uns zu einem Museumsgang zu überreden. Doch damit stießen sie bei den meisten auf taube Ohren. Neben Shopping und Christopher-Street-Parade gucken wurde u.a.  auch das Olympiastadion und die Allianz-Arena besucht. Nach dem letzten Abend, der wie gewöhnlich etwas länger als die anderen Abende ging, traten wir am Sonntag die Rückfahrt an. Gegen 18: 00 Uhr kamen wir dann gesund und munter, manche sogar ausgeschlafen, in Rheindahlen an.

Alles in allem eine sehr gelungene Studienfahrt, bei der für jeden etwas dabei war. Besonders die Freiheiten, die uns die Lehrer ließen, und das gute Gruppengefühl, das in der Form selten in unserer Stufe vorhanden war, trugen maßgeblich dazu bei. Vor allem das Abendprogramm stieß auf große Begeisterung und lässt uns noch lange an München denken. Denn das Studienfahrten auch anders verlaufen können, lehrte uns Herr Berger, als er von seiner erzählte, die anscheinend ziemlich schief gelaufen ist. Später meinte er zu uns, dass diese Fahrt nach München für ihn seine schief gelaufene Studienfahrt ersetzte.

 

Von Karin Zschocke, (u.a. auch mit Hilfe der Notizen von Philipp Gerkens und Markus Zschocke)